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DIE MÄRTYRER Unter Kommodus (180). Bis zum Ende des 2. Jahrhunderts genossen die Christen von Afrika, so scheint es, Frieden und eine relative Freiheit. Gegen 180, das erste Jahr der Regierungszeit von Kommodus, bricht der volkstümliche Fanatismus gegen sie los und die Magistraten fangen an, die römischen Gesetze, die die Übung des christlichen Kultes verboten, auf sie anzuwenden. Die Häuser, wo die Christen sich versammelten, wurden angezündet, die Friedhöfe profaniert und die Gläubigen vor den Gerichten vom Pöbel in Furie gezogen. Die ersten bekannten Märtyrer sind die Märtyrer von Scili (kleiner unbekannter Marktflecken). Die Scilitani hatten abgelehnt, an der Gottheit des Kaisers zu opfern: sie wurden in Karthago enthauptet, wo man eine Basilika später zu ihrer Ehre baute. Ihre Namen, die uns bewahrt worden sind, zeigen, daß sie meistens punischer Abstammung sind: Speratus, Narzalus, Cittinus, Veturius, Felix, Aquilinus, Caelestinus, Donata, Hestia, Januaria, Generosa. Unter Septimus Severus (202). Momentan beruhigt, begann die Verfolgung 202 wieder, nach der Verordnung, durch die Septime Sévère den Heiden verbot, Christen zu werden. Sechs Einwohner von Tebourba werden angeklagt, sich instruieren gelassen zu haben, dann angehalten und in Carthage eingesperrt: Revocatus und Felicitas, Sklaven, Vibia Perpetua, von vornehmer Geburt, Saturninus, Secundulus und Saturus, deren Bedingung unbekannt ist. Ablehnend, ans Heidentum zurückzukommen, und im Gefängnis getauft, fünf wurden als Tote ins Amphitheater von Karthago gelegt (Secundulus war im Gefängnis gestorben). Ihr Gedächtnis war immer eine große Ehre in Karthago und im ganzen Afrika. Ihre Reliquien wurden in der "Basilica Majorum" von Karthago bewahrt, wo der Pater Delattre die Marmorsteinplatte wiedergefunden hat, durch die ihre Körper wiederentdeckt wurden. Der Bericht ihres Martyriums wurde öffentlich in den Kirchen gelesen, und Sankt Augustin sprach mehrmals ihre Lobrede aus. In der gleichen Zeit litten für ihren Glauben, Jocundus, Saturninus, Artaxius, Aemilius, Castus, die Jungfrau Guddène, lebendig verbrannt. Quintus starb im Gefängnis und so viel andere, deren Namen nicht bewahrt worden sind. In 212 schickte Scapula, Proconsul von Karthago, in den Tod durch das Schwert und durch das Feuer viele Christen, nicht nur in Afrika Proconsularis ebenso in Numidia und Mauritania. Unter ihnen, Mavilus von Sousse, Celerina, nach der eine Basilika in Karthago mit den Märtyrern von Scili ernannt wurde. Unter Decius (249) In 249 zwang der Kaiser Decius die Christen zu der Wahl, an ihren Glauben zu verzichten oder schlimm gestraft zu werden. Die, die zu gehorchen ablehnten, wurden vertrieben, an die Bergwerke verurteilt oder ins Gefängnis geworfen ; eine große Zahl starb an Hunger. Unter Valerianus (257). In 257 schärfte der Kaiser Valerianus den Mitgliedern des Klerus: Bischöfen, Priestern und Diakonen, unter Androhung vom Exil ein, an den Gottheiten des Reiches zu opfern. In dieser Zeit war Sankt Cyprianus, Bischof von Karthago, in Kourba (auf der Ostküste Tunesiens) verbannt. In Numidia verurteilte der kaiserliche Legat Bischöfe, Priester, Diakonen, Jungfrauen und einfache Gläubige, nachdem er sie von Ruten peitschen liess, in die Bergwerke von Sigus (Südost von Constantine). Von seinem Exil schickte ihnen Sankt Cyprianus Ermutigungsbriefe und materielle Hilfe. In 258 erliess Valerianus ein zweites Edikt, das das erste verschlimmerte und im ganzen Afrika mit der größten Härte ausgeführt wurde. Ein großer Teil vom Episkopat und dem Klerus war Opfer der Verfolgung, die Gläubigen bezahlten einen schweren Tribut. In Karthago wurde Sankt Cyprianus enthauptet ; andere Bischöfe und eine große Zahl von Geistlichen und Gläubigen teilten sein Schicksal, unter anderen Lucius, Montanus, Flavianus, Julianus, Victorius, der wahrscheinlich dem Klerus angehörte. Leucius, Bischof von Tébessa, Libosus, Bischof von Beja, der Priester Victor, drei Mitglieder der gleichen Familie: Quartillosa, ihr Ehemann und ihr Sohn, Primolus, Renus, Donatianus, noch Katechumene. Eine Gruppe von Lambèse, Timgad und woanders festgesetzten Christen wurde nach Beja geführt. Sie wurden am 10. Juni 259 in Boseth Amphoraria (unbekannter Ort) gemartert. In Hippona wurde der Bischof Theogenes mit 36 seiner Kompagnons abgeführt. In Utique wurde eine Menge von Christen zusammen geopfert und im Kalk begraben, woher der Ausdruck von "Massa Candida" (Weisse Masse), durch den man sie bezeichnete. In Lambese starben Jacobus und Marianus, in der Nähe von Constantine eingekerget, mit Aemilianus, einem römischen Ritter, Geistlichen, und einfachen Gläubigen, unter denen Antonia und Tertulla. In Cherchel wurde Severianus mit seiner Frau Aquila lebendig angezündet. Unter Maximilianus (295) Nach einer Ruhe von dreißig Jahren fing die Verfolgung 295 unter dem Kaiser Maximilianus wieder an. Sie hatte einen ganz besonderen Charakter: Soldaten oder Offiziere, die Christen waren, wurden zum Tod verurteilt, weniger wegen ihres Christseins, als wegen ihrer Ablehnung, den militärischen Gesetzen zu gehorchen. Unter Diocletianus (303) Schließlich war die fürchterlichste der Verfolgungen die von Diocletianus. Gedrängt, sagt man, von seinen Kollegen Galerius und Maximianus, verkündete er 303 und 304 vier Edikte einer außergewöhnlichen Härte gegen die Christen. De Kultstätten mußten demoliert werden, die Heiligen Bücher verbrannt, alle Christen wurden verpflichtet unter Androhung vom Tod an die Götter des Reiches zu opfern. Diese Edikte machten Tausende Märtyrer in Afrika. In Karthago gaben ihr Leben, um dem Christ treu zu bleiben: Agileeus, an den man eine Basilika weihte; der Diakon Catulinus, dessen Grabmal in einer Basilika der Stadt war; Felix, Bischof von Thibiuca (Umgebungen von Tébourba), mit einem von seinen Priestern und drei Lesern; achtundvierzig Einwohner von Abitinae (bei Medjez-El-Bab), mit ihrem Priester Saturninus. Der Proconsul von Karthago selbst, Alinus, präsidierte in Thuburbo (Tébourba oder Pont-du-Fahs) an der Verdammung von zwei Ordensfrauen, Maxima und Donatilla und von einem jungen vornehmen Mädchen, Secunda. In Thébessa liess er Crispina, adelige Dame von Thagura (Umgebungen von Souk-Ahras) vor ihm erscheinen und sofort ausführen. In den anderen Teilen vom Proconsularis und Byzacena wurden Gruppen von Christen, an der Zahl von dreißig, fünfzig und mehr, getötet, kraft der Verordnungen von Diocletianus, insbesondere in Radès, Medjez-El-Bab, El-Alia (bei Utica), in Thélepte und Sousse. Im 4. Jahrhundert. Zu Beginn des 4. Jahrhunderts ist die Zahl von Heiden grösser als die der Christen. Ernste Keilereien explodierten auch von Zeit zu Zeit hier und da im Reich zwischen Heiden und Christen ; sie verursachten zahlreiche Märtyrer. So starben 399 die sechzig Märtyrer von Sbiba, die eine Statue von Herkules umgeworfen haben wollten. Sankt Augustin sagt uns, daß die Donatisten Nabor, einen ihrer Diakonen, der zum Katholizismus übertreten war, ermordeten. Unter den Vandalen (428). Wenn die offizielle Verfolgung nur in 437 anfing, hatte die Kirche von Afrika viel vor dieser Zeit zu leiden. Schon seit den ersten Tagen der Invasion zählte sie zahlreiche Märtyrer und gab bewundernswerteste Beispiele von christlichem Glauben und Heldentum. Die zeitgenössischen Historiker zeigen uns die Vandalen "dieses schöne gutgehende Afrika in allen Sinnen durchquerend, entvölkernd, brennend, verheerend, und alles abschlachtend. Sie sparten noch nicht einmal, sagen sie, die Obstbäume. Ihre wütende Grausamkeit erneuerte sich überall; kein Ort war in Sicherheit vor ihren Angriffen. Es ist besonders auf den Kirchen von den Heiligen, den Friedhöfen und den Klöster, daß ihr Frevelhaftigkeit am meisten wütet. Sie töteten auf tausend Weisen bemerkenswerte Priester, um sich ihrer Vermögen und Güter zu ermächtigen". Der eine von ihnen, Victor, Bischof von Vita, (vielleicht Derradj bei Sainte Marie du Zit) zitiert seinen Vorgänger Pampanius, der unter der Handlung von geröteten Eisenklingen am Feuer aufgezehrt wird und Mansuetus, Bischof von Urusi (Hr. Sougda) lebendig angezündet. Die Zahl der Opfer von der offiziellen Verfolgung von Gensericus war groß. Man kann nur hier an die berühmtesten Namen erinnern, und zwar: vier Spanier von der königlichen Umgebung, Arcadius, Probus, Pascasius und Eutycianus zu Tode gefoltert; der Graf Sebastian, zuerst gepreister Berater von Gensericus; Armogaste, Offizier des Prinzen Théodoric, Sohn von Gensericus, grausam gefoltert, dann verurteilt, das Vieh bei Karthago zu hüten. Humericus weihte seine Regierungszeit ein, die Güter aller katholischen Beamten des Hofes zu beschlagnahmen und dann die Eigentümer nach Sardinien und Sizilien zu vertrieben. Mehr als fünf tausend Personen allen Alters und Bedingung, unter denen viele Bischöfe, Priester und Diakonen wurden durch seine Ordnung in Kef und Lorbeux versammelt. Man führte sie von dort in die Wüsten des Südens, im Land von den Getuli. In Karthago wurden gemartert: die sieben Mönche von Gafsa, der Diakon Bonifatius, die Subdiakone Servus und Rusticus, der Pfarrer Liberatus, die Mönche Rogatus, Septimus und Maximus. Man nagelte sie auf die Brücke eines Schiffes, die mit Bündeln trockenes Holzes gefüllt wurde; dann stieß man das Schiff ans Breite, nachdem man dorthin das Feuer gelegt hatte. Aber die Flamme erlosch sofort. Von Wut transportiert, ließ Humericus sie mittels Stangen niederschlagen. Ihre auf dem Ufer weggeworfenen Körper wurden vom Klerus von Karthago geborgen und im Kloster von Bigua, bei der Basilika von Heiligem Celerina begraben. In dieser Stadt sagt ein Zeitgenosse, man trifft in jedem Augenblick verstümmelte Leute: einige haben die Hände verloren, die anderen die Augen, die Füße, die Ohren oder die Nase. Zitieren wir noch unter den Opfern: Proesidius, Bischof von Sbeitla, grausam gepeitscht; Servus, Adeliger von Pont-du-Fahs und die zwölf Leser, die die Kirche von Karthago als "ihre zwölf Aposteln" ausrief. Aber die Berühmtesten von allen Märtyrern der Vandalenverfolgung sind sicher die berühmten Märtyrer von Tipasa (bei Cherchel). Einige nach der Ankunft der Vandalen in dieser Stadt gebliebene Katholiken versammelten sich, um an der Zelebration der Heiligen Geheimnisse teilzunehmen. Der Arianische Bischof zeigte sie Hunericus an. Sofort kam die Ordnung von Karthago an, ihnen die Zunge auszureißen und die rechte Hand zu zerschneiden. Die Ordnung wurde vor einer ansehnlicher Menge ausgeführt, aber nach der Strafe sprachen die Opfer genau so gut als vorher. Dieses Wunder machte einen ausserordentlichen Lärm : es wurde von mehreren zeitgenössischen Autoren erwähnt. Der Kaiser Justinianus selbst bestätigt: in Konstantinopel verehrungswürdige Männer gesehen zu haben, deren Zungen bis zur Wurzel abgeschnittenen worden waren und die doch die Fähigkeit bewahrt hatten, ihre Tortur zu erzählen". Byzantinisches Afrika (523). Im Jahre 523 beendete Hildericus die Verfolgung gegen die katholische Kirche. Der Arianismus blieb doch Staatsreligion und die Katholiken, die einfach toleriert wurden, erlangten weder die Güter noch die Gebäude noch die Kultobjekte, von denen sie beraubt worden waren. Die Armee von Hildericus war von den Mauren im Süden vom Byzacena besiegt worden, so profitierte Gelimerus, ein Enkel von Gensericus, von der Unzufriedenheit, die diese Niederlage der Vandalen im ganzen Afrika produziert hatte. Es gelang ihm, Karthago (531) in Besitz zu nehmen und Hildericus ins Gefängnis werfen zu lassen. Die Verfolgung fing wieder an. Da schickte der Kaiser Justinianus den General Belisarius zur Hilfe an Hildericus: das war ein guter Vorwand für ihn, Nordafrika zurückzuerobern. Belisarius stellte sich als ein Befreier der katholischen Bevölkerungen vor, so wurde er vom Klerus schon bei seiner Landung am Ras-Kaboudia und in seinem Gang auf Karthago empfangen. Die Nachfolger von Justinianus setzten seine Politik fort, und während mehr als achtzig Jahre genoss die katholische Kirche von Afrika die Gunst der Kaiser von Byzanz. Von der arabischen Einnahme (647) zur hilalischen Invasion (12. Jahrhundert) Die Bevölkerungen des Südens, die vorzeitig und unvollkommen zum Christentum bekehrt gewesen waren, vor allem am Ende der wandalischen Zeit und während der byzantinischen Periode, fielen massenhaft ab. Es gelang mehreren Christen, das Land zu verlassen: sie durchquerten das Meer und flüchteten sich nach Italien, in die Inseln vom Mittelmeer und gleich nach Osten. Andere, berberischen Geschlechtes, so scheint es, fanden einen Zufluchtsort in den Bergen von Aurès und Kabylien. Eine große Zahl, glaubt man, blieb im Land, und widersetzte sich heroisch. Es gab sicherlich viele Märtyrer, vor allem in den ersten Überfällen, vor der endgültigen Landeseinnahme, aber ihre Namen sind uns unbekannt. Im 16. Jahrhundert Es gab zahlreiche Märtyrer unter den Ordensbrüdern, die gekommen waren, um Jesus Christus zu predigen oder die christlichen Sklaven in den moslemischen Ländern von Afrika zu befreien. In Tunis, im Jahre 1272, trotz des unterzeichneten Vertrages wenig Zeit vorher zwischen Philippe le Hardi und dem Sultan, starben zwölf französischen Trinitarier; 1283 wurden zwei Ordensbrüder der Barmherzigkeit gemartert. Vom 16. Jahrhundert bis zu 1830. Allein Gott kennt die Zahl und die Namen der gefangenen Christen, die ihr Blut vergossen, um dem Glauben ihrer Taufe treu zu bleiben. Sie waren sicherlich sehr zahlreich; so die Priester und Ordensbrüder, die das Martyrium im moslemischen Afrika fanden. Unter anderen war der Selige Antoine Neyrot, Dominikaner. Er ist 1460 in Tunis gestorben. |